Abt.: Milchmädchen
Ölmultis - Schmarotzer?
Wenn die Ölmultis 13 von 17 Cent Steuernachlass an die Kunden weiter geben, heißt das vor allem, dass sie sich 4 Cent in die eigene Tasche stecken.
Ich bin fest davon überzeugt, dass es die meisten Autofahrer im Kreuz haben, auch die momentan wirklich hohen Benzinpreise zu stemmen. Entweder weil sie - mit ein bisschen Nachdenken, bevor sie direkt in den Meckermodus verfallen - jede Menge Kapazität haben, weniger Benzin zu verbrauchen. Unnötige Fahrten bleiben lassen, mehr Rad und Öffis nutzen, sich an ökologisch empfohlene Geschwindigkeiten halten, um nur ein paar Punkte zu nennen. Oder weil sie eh genug auf dem Konto haben, dass diese Mehrausgaben nicht weiter ins Gewicht fallen. Aber das soll gar nicht das Thema sein.
Die Bundesregierung hat eine Steuersenkung von 17 Cent pro Liter Kraftstoff beschlossen. Das beschert dem eh schon ziemlich klammen Staatssäckel Mindereinnahmen von etwa 1,6 Milliarden Euro.
Der einzelne Autofahrer kann sich über 20 Euro Entlastung freuen. Also in zwei Monaten.
Die Ölmultis zur gleichen Zeit etwa über 370 Millionen extra.
Weil die 1,6 Milliarden Euro irgendwie kompensiert werden müssen, habe ich mir ein paar Fragen gestellt und ein paar Antworten gefunden. Manche Antworten mögen verblüffen.
So und jetzt zücken wir mal alle den Taschenrechner.
Es gibt etwa 42 Millionen Steuerzahler, auf die die 1,6 Milliarden Euro umgelegt werden können. Das macht pro Steuerzahler 37 Euro. Damit also 20 Euro weniger über den Tankstellentresen rollen muss jeder Steuerzahler 37 Euro auf den Tisch legen. Von den 37 Euro landen allerdings 9 Euro direkt bei den Multis.
Für mich als Nichtautofahrer heißt das, ich zahle 30 Euro, damit Autofahrer weniger belatzen müssen. Und ich schiebe 9 Euro den raffgierigen Konzernen in den Rachen.
Nur mal so...