Abt.: Kanzler von Murphys Gnaden
Krankgeschrieben
Jetzt mal ein paar Sätze zu dieser Krankschreibungsgeschichte. Ich finde nämlich auch da macht Merz das, was er am Besten kann. Nämlich von zwei möglichen Lösungen die Falsche nehmen. Hatte ich nicht anders erwartet.
Jetzt dreschen ja gerade alle auf die Krankschreibungsreforn ein. Aus gutem Grund, wie ich meine. Eigentlich hätte ich mir einen eigenen Beitrag sparen können. Der war aber schon fertig, als die allgemeine Drescherei los ging. Also haue ich ihn auch noch schnell raus...
Telefonische Krankschreibung
Die telefonische Krankschreibung abzuschaffen, das hat was. Also nichts sympathisches. Mehr so was von Vertrauen. Oder besser von Misstrauen. Einem tiefen Misstrauen von Staat und Arbeitgeberschaft den Ärzten gegenüber.
Ich sag mal so, wenn ich einen Hausarzt habe und das schon seit ein paar oder auch seit vielen Jahren, dann gibt es da ein Vertrauensverhältnis. Gäbe es das nicht, ich würde mir einen anderen Arzt suchen. Das Vertrauensverhältnis beinhaltet dass ich dem Arzt keinen Scheiß erzähle, weil ich von ihm die best mögliche Behandlung haben möchte. Wenn ich ihn also wegen einer Krankschreibung anrufe, dann weil ich krank bin. Basta.
Wenn ich ihn verarschen will, dann kann ich das übrigens auch vor Ort in der Praxis. Symptome runter beten, die für ein, zwei Wochen Krankschreibung reichen, das bekomme ich hin. Dann hätte sich das mit dem Vertrauen aber schnell erledigt.
Diese telefonische Krankschreibung ist zu Corona Zeiten eingeführt worden. Weil niemand Bock hatte, Corona über die Hausarztpraxen zu verbreiten. Ich denke, das war eine ganz gute Idee.
Jetzt ist es aber so, dass die Wartezimmer der Hausarztpraxen auch ohne Corona ein Umschlagplatz aller aktuellen Keime ist. Gibst du mir Angina, gebe ich dir Influenza. Aber das nur am Rande.
Einfach mal umkippen
Jetzt ein kleiner Schwank aus meinem Leben. Zwecks einer rechtzeitigen Krankschreibung habe ich mich mit lecker 40 Grad Fieber zum Arzt geschleppt. Und wieder heim. Also nicht ganz heim. Weil auf halbem Weg bin ich einfach umgekippt. Rettungswagen und einen Tag Krankenhaus on top. Ganz schön viel Aufwand für drei, vier Tage Krankschreibung.
Krankschreibung ab dem ersten Tag
Ich hatte mal einen Arbeitgeber, der hat das tatsächlich verlangt. Ob es zu seinem Guten war, ich habe meine Zweifel. Warum? Weil es schlicht ein paar Krankheiten gibt, die einen ein paar Stunden oder einen Tag aus dem Spiel nehmen. Migräne zum Beispiel. Oder so Magen Darm Geschichten. Muss ich damit zum Arzt gehen und der Arzt fragt, wie lange er mich krankschreiben soll, was werde ich wohl sagen? Hm?
Mach mal für heute Nachmittag, wenn ich morgen wieder auf dem Klo sitze, komme ich einfach noch mal vorbei?
Oder:
Die Kopfschmerzen sind nicht der Rede wert.
Oder würde ich sagen, ja mach mal, bis Freitag... nächster Woche.
Was meint ihr, würde ich machen? Was würdet ihr machen?
Ach ja, die Möglichkeit ab dem ersten Krankheitstag ein Attest zu verlangen hatten Arbeitgeber auch bisher schon. Mussten sie nur in den Arbeitsvertrag rein schreiben.