Abt.: Ungeordneter Rückzug

Keinen Schritt zurück

Jeder Schritt, den wir zurück machen, treten sie einen vor. Für jeden, der sich zurück zieht, stellen sie einen auf.

Und wir sitzen immer noch da, wie das hypnotisierte Kaninchen der offenen Gesellschaft vor der fauchenden Schlange der AfD.

Wir verstehen es nicht, wie sich die ehemals zurechnungsfähigen Konservativen hinter den aggressiven Attacken der Rechtsextremen verstecken, ihnen nach dem Mund reden, oder schlicht ihre Ideen übernehmen.

Doch anstatt laut und kräftig den Mund aufzureißen und diese ganze ungute Entwicklung mit Haut und Haaren zu fressen, hacken wir auf denen herum, die sich ebenfalls mehr oder weniger der Entwicklung entgegen werfen. Nur eben auf ihre Weise und nicht genau so, wie wir das gerne hätten.

Oder wir geben einfach auf und ziehen uns in die innere Emigration zurück. Vielleicht mit der Begründung, sonst verrückt zu werden. Vielleicht weil wir des ewigen Streitens müde werden. Vielleicht weil wir lieber Party machen, als auf Demos zu gehen. Vielleicht weil uns das irgendwie zu viel ist und wir gar nicht so recht fassen können, was da gerade passiert.

Egal, ob wir uns im gegenseitigen Klein Klein verheddern oder ob wir uns schlicht abwenden, Gewinnen tun die Anderen. Jeder Tritt auf Habecks Zehen lässt die CDU einen Schritt nach vorne machen. Jedes Grünenbashing lässt die AfD frohlocken. Jeder Vorführen der SPD zaubert ein Lächeln auf der Storches Gesicht. Jeder Rückzug ist ein kleiner Sieg der anderen.